{"id":549,"date":"2018-09-18T16:05:39","date_gmt":"2018-09-18T16:05:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.psk-kaiserslautern.de\/?page_id=549"},"modified":"2018-09-18T16:05:45","modified_gmt":"2018-09-18T16:05:45","slug":"dok-augenuntersuchungen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.psk-kaiserslautern.de\/?page_id=549","title":{"rendered":"DOK-Augenuntersuchungen"},"content":{"rendered":"<h6>Sicherheit durch DOK-Augenuntersuchung?<\/h6>\n<p>Seit ca. 4 Jahren lassen einige Besitzer und Z\u00fcchter von Deutschen Pinschern ihre Hunde j\u00e4hrlich von sog. DOK-Augen\u00e4rzten (DOK = Dortmunder Ophtalmologenkreis) untersuchen. Mit deren Untersuchungsmethoden lassen sich kleine Ver\u00e4nderungen im Auge feststellen, die auf die Entwicklung des grauen Stars (Katarakt) hindeuten k\u00f6nnen. Durch eine j\u00e4hrlich sich wiederholende Untersuchung attestiert der DOK-Augenarzt den Befund &#8222;frei&#8220; oder &#8222;nicht frei&#8220; von Anzeichen des grauen Stars. Eine gesicherte Diagnose ist damit aber noch nicht gegeben. Die Kontrolle \u00fcber Jahre hinweg wird zeigen, ob ein grauer Star entsteht.<\/p>\n<h6>Grauer Star<\/h6>\n<p>Vereinzelt habe ich von alten Pinschern (10 Jahre und \u00e4lter) geh\u00f6rt, bei denen Symptome des grauen Stars, d.h. getr\u00fcbte Augenlinsen, aufgetreten sind. Nach Aussage ihrer Besitzer beeintr\u00e4chtigt dies ihre Sehf\u00e4higkeit jedoch kaum oder gar nicht.<\/p>\n<h6>Ursachen<\/h6>\n<p>Neben einer eventuell genetischen Abh\u00e4ngigkeit sind auch \u00e4u\u00dfere Einfl\u00fcsse f\u00fcr eine Linsentr\u00fcbung wie Verletzungen und Infektionen der Augen oder auch Stoffwechselst\u00f6rungen, z.B. Diabetes, und Umwelteinfl\u00fcsse verantwortlich. Diese k\u00f6nnen sich durchaus schon im Mutterleib auf den Embryo auswirken. Defekte k\u00f6nnen bei der Geburt dann schon angelegt sein, sind aber dennoch nicht ererbt.<\/p>\n<h6>Was ist was?<\/h6>\n<p>In den Formularen der DOK-Augen\u00e4rzte und auf manchen HPs werden Begriffe verwendet, die wir hier einfach und kurz erl\u00e4utern wollen:<br \/>\n\u2022 Katarakt = grauer Star = Linsentr\u00fcbung des Auges<br \/>\n\u2022 kongenital = Anzeichen, die innerhalb der ersten 8 Lebenswochen festgestellt werden<br \/>\n\u2022 nicht kongenital = Anzeichen, die nach den ersten 8 Lebenswochen festgestellt werden<br \/>\n\u2022 frei = Anzeichen f\u00fcr die Entwicklung einer Linsentr\u00fcbung sind nicht zu erkennen<br \/>\n\u2022 nicht frei = Anzeichen f\u00fcr die Entwicklung einer Linsentr\u00fcbung sind zu erkennen<br \/>\n\u2022 HC = Heridit\u00e4rer Cataract = erbliche Linsentr\u00fcbung<br \/>\nDabei sind drei Gesichtspunkte von Bedeutung:<br \/>\n\u2022 Kongenital bzw. nicht kongenital hat nichts mit Vererbung zu tun, sondern in diesem Fall nur mit dem Zeitpunkt, wann die Anzeichen f\u00fcr eine eventuelle Tr\u00fcbung eines Auges festgestellt wurden.<br \/>\n\u2022 Die Befunde &#8222;frei&#8220; und &#8222;nicht frei&#8220; sind Feststellungen, die sich nur auf den Zeitpunkt der Untersuchung beziehen.<br \/>\n\u2022 Die Erblichkeit des grauen Stars ist beim DP wissenschaftlich nicht nachgewiesen.<\/p>\n<h6>Vererbung<\/h6>\n<p>Jeder Z\u00fcchter, der Grundkenntnisse in der Genetik besitzt, wei\u00df, dass die genetische Ausstattung der Eltern durch die heutigen Augenuntersuchungsmethoden nicht erkannt werden k\u00f6nnen. Der Befund &#8222;frei&#8220; sowie &#8222;nicht frei&#8220; wird von den \u00c4rzten auch immer nur &#8222;vorl\u00e4ufig&#8220; (f\u00fcr 12 Monate) gegeben und darf nicht als genetische Aussage verstanden werden.<br \/>\nAllerdings werden alle die F\u00e4lle, bei denen die Ursache f\u00fcr die Anzeichen einer Linsentr\u00fcbung nicht festzustellen ist, in der Statistik als erblich bedingt eingestuft.<\/p>\n<h6>Nachweis der Erblichkeit erbringen<\/h6>\n<p>&#8222;Um unn\u00f6tige Selektionsma\u00dfnahmen zu vermeiden, muss beim Auftreten von krankhaften Ver\u00e4nderungen als erstes der Nachweis der Erblichkeit erbracht werden.&#8220; (Schleger\/Stur, 1986) Bis heute gibt es noch keinen eindeutigen Nachweis f\u00fcr die Erblichkeit der Katarakt beim Deutschen Pinscher. Daf\u00fcr w\u00e4re ein Gentest n\u00f6tig, den es aber bisher nicht gibt. Auch die DOK-\u00c4rzte dr\u00fccken sich vorsichtig aus: Sie z\u00e4hlen die Katarakt zu den &#8222;wahrscheinlich&#8220; erblichen Augenkrankheiten. Der Begriff von HC (Heridit\u00e4rer Cataract= erbliche Linsentr\u00fcbung), der in diesem Zusammenhang oft benutzt wird, ist spekulativ und hier v\u00f6llig fehl am Platz!<\/p>\n<h6>Die Entwicklung verfolgen<\/h6>\n<p>Hunde mit Anzeichen einer Katarakterkrankung sollten sorgf\u00e4ltig in ihrer Entwicklung beobachtet, die gesicherten Erkenntnisse gesammelt und ausgewertet werden, um daraus anschlie\u00dfend z\u00fcchterische Konsequenzen zu ziehen. Es gibt f\u00fcr Deutsche Pinscher noch keine nachgewiesenen Erkenntnisse, dass sich die von DOK-\u00c4rzten attestierten Anzeichen einer Katarakt zu Sehbehinderungen oder gar Blindheit im Laufe des Lebens entwickeln.<\/p>\n<p>Ich habe seit Beginn der Augenuntersuchungen einzelne Hunde, denen Anzeichen einer Katarakterkrankung bescheinigt worden waren, in ihrer Entwicklung verfolgt. Bis heute h\u00f6rte ich trotz meiner Nachforschungen von keinem dieser Deutschen Pinscher, dass er erblindet w\u00e4re. Die Besitzer stellen die Entwicklung bisher als problemlos dar. Der \u00e4lteste dieser Hunde ist heute immerhin 14 Jahre alt.<\/p>\n<h6>Welche Sicherheit?<\/h6>\n<p>Die Aussage &#8222;frei von erblichen Augenkrankheiten&#8220; stellt keinerlei gesundheitliche Garantie weder f\u00fcr die untersuchten Elterntiere selbst noch f\u00fcr ihre Welpen dar. Daf\u00fcr sprechen mehrere Gr\u00fcnde:<br \/>\n\u2022 Der Befund &#8222;frei&#8220; oder &#8222;nicht frei&#8220; macht ausdr\u00fccklich nur eine Aussage \u00fcber den momentanen Ist-Zustand des untersuchten Tieres.<br \/>\n\u2022 Ob sich kleine Ver\u00e4nderungen im Auge zum grauen Star \u00fcber die Jahre hin entwickeln, bleibt fraglich.<br \/>\n\u2022 Der Ist-Zustand kann von einer Untersuchung zur n\u00e4chsten wechseln. So k\u00f6nnen die zun\u00e4chst festgestellten Anzeichen auch wieder verschwinden.<br \/>\n\u2022 Anzeichen f\u00fcr den grauen Star k\u00f6nnen noch nach 6 oder 7 Jahren, trotz j\u00e4hrlicher Untersuchung, erstmals festgestellt werden. Dann haben H\u00fcndinnen ihre Zuchtzeit schon weitgehend hinter sich und R\u00fcden schon mehrfach gedeckt.<br \/>\n\u2022 Es wird angenommen, dass der graue Star erblich ist. Es gibt aber noch keinen wissenschaftlichen Nachweis \u00fcber die Vererbung des grauen Stars beim Deutschen Pinscher.<br \/>\n\u2022 Festgestellte Anzeichen f\u00fcr eine sich entwickelnde Linsentr\u00fcbung k\u00f6nnen Fremdeinwirkung zur Ursache haben.<br \/>\n\u2022 Sicherheit kann nur ein genetischer Beweis der Erblichkeit und ein daraus folgender Gentest bieten. Ob es dazu kommt, wird die Zeit zeigen.<\/p>\n<h6>Die Nachzucht ist entscheidend<\/h6>\n<p>Frau Dr. Eichelberg spricht sich in ihrem Buch &#8222;Hundezucht&#8220; (2006) selbstverst\u00e4ndlich f\u00fcr die \u00dcberpr\u00fcfung der Gesundheit von Zuchttieren aus, gibt aber zu bedenken: &#8222;Eine solche \u00dcberpr\u00fcfung kann aber nur als Einstieg in die Zucht angesehen werden. Sie sagt lediglich etwas \u00fcber den momentanen Zustand des vorgestellten Tieres aus und nichts \u00fcber seine Zuchtqualit\u00e4t. Diese realisiert sich erst im Zuchteinsatz.&#8220; Das hei\u00dft, erst an der Nachzucht zeigt sich der Zuchtwert der Eltern!<\/p>\n<h6>Unsere Hunde<\/h6>\n<p>Viele unserer Nachzuchthunde von verschiedenen M\u00fcttern und V\u00e4tern wurden von DOK-Augen\u00e4rzten untersucht. Die Befunde waren alle in Ordnung.<br \/>\nEines ist gewiss: Wir werden unsere Hunde \u00abim Auge behalten\u00bb!<\/p>\n<p>M\u00f6chten Sie dem Thema weiter auf den Grund gehen? Dann lesen Sie hier:<br \/>\n\u00ab<a href=\"http:\/\/www.deutsche-pinscher-von-calpunia.de\/A_-_Z\/Auge-Anatomie\/auge-anatomie.html\" target=\"_blank\">Das Auge des Hundes<\/a>\u00bb (A. Kaiser, Deutsche Pinscher von Calpunia)<br \/>\nMit freundlicher Genehmigung des Verfassers, Siegfried Menzel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sicherheit durch DOK-Augenuntersuchung? Seit ca. 4 Jahren lassen einige Besitzer und Z\u00fcchter von Deutschen Pinschern ihre Hunde j\u00e4hrlich von sog. DOK-Augen\u00e4rzten (DOK = Dortmunder Ophtalmologenkreis) untersuchen. Mit deren Untersuchungsmethoden lassen sich kleine Ver\u00e4nderungen im Auge feststellen, die auf die Entwicklung des grauen Stars (Katarakt) hindeuten k\u00f6nnen. 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